Umsetzungsvariante für RS1 durch Essener Eltingviertel steht fest

ASTOC Architects and Planners / BEG NRW
Aus einer vor Jahren komplexen Ausgangssituation ist mittlerweile ein konkreter Erfolg geworden: Als Kooperationsprojekt von BEG und DB Immobilien nimmt das Vorhaben „RS1 Bereich Essen Eltingviertel / Viehofer Platz“ seit 2018 Fahrt auf. 

Nachdem alle Beteiligten ins Boot geholt worden und deren Interessen abgeglichen waren, konnte die BEG schon bald Machbarkeitsstudien und weitere notwendige Untersuchungen beauftragen. Die in diesem Rahmen nach und nach entwickelten diversen Planungsvarianten für das rd. 300 m lange Eltingviertel-Teilstück des Radschnellwegs Ruhr (RS1) hat nun eine Vorzugsvariante hervorgebracht, die auch in den politischen Gremien auf Zustimmung gestoßen ist. Dazu wurden drei verschiedene Varianten und teilweise zusätzliche Untervarianten auf Grundlage gemeinsam entwickelter Fragestellungen einzeln auf ihre Umsetzbarkeit untersucht. Aus den Erkenntnissen dieser Untersuchung wurde wiederum eine Vorzugsvariante entwickelt, die die Hemmnisse der drei Ursprungsvarianten so weit wie möglich überwinden konnte. 

Von der Idee, die Trasse über Dächer und durch Gebäude zu führen, wurde in der neuen Variante Abstand genommen, nachdem insbesondere rechtliche Gründe gegen eine solche Umsetzung gesprochen hatten. Eine ebenerdige Realisierung (Straßenniveau) des RS1 hätte auf der anderen Seite die Überwindung größerer Höhenunterschiede für die Anschlüsse an die Brückenbauwerke zur Folge, die nur mithilfe von unverhältnismäßig langen Rampen zu realisieren gewesen wären. Schließlich hat ein so genannter Radschnellweg zahlreiche Qualitätskriterien zu erfüllen – u.a. dürfen Steigungen nicht mehr als 6% betragen. 

Der RS1 kann entsprechend der nun ausgewählten Variante unabhängig von den städtebaulichen Überlegungen der Stadt Essen gebaut werden. Der Bahndamm wird zu 60% zurückgebaut, so dass der Radweg auf dem verbliebenen Dammkörper errichtet und über Brücken in heutiger Höhenlage geführt werden kann. Die gewünschte Verzahnung des RS1 mit dem zukünftigen Quartier wird durch die beiderseitige Anordnung neuer Gebäude mit der Schwerpunktnutzung Wohnen erzielt – diese werden wiederum räumlich und funktional direkt mit dem Radweg verbunden. Sondernutzungen im Erdgeschoss und auch angrenzend an den Radweg sind möglich/erwünscht. 

Die BEG konnte in Kooperation mit der DB Immobilien im letzten Jahr in 4 Kommunen Kaufverträge für wesentliche Teile des RS1 beurkunden. In Mülheim war dies ein 600 m langes Teilstück zwischen der Fachhochschule und der Heerstraße, in Essen ein 1,9 km langes Teilstück zwischen dem Bahnhof Essen Kray Nord und der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen, in Gelsenkirchen ein 900 m langes Teilstück (hier wurde bereits in 2018 ein Teilstück beurkundet) sowie ein 3,3 km langer Abschnitt in Bochum. So sind mittlerweile vom Bahnhof Essen Kray Nord bis zur A40 in Bochum rund 8 km des zukünftigen RS1 in Händen des Landesbetriebes Straßenbau NRW (Straßen NRW). Ziel aller Beteiligten ist, den Kaufvertrag für die RS1-Flächen durch das Eltingviertel bis zum Bahnhof Essen Kray Nord noch in diesem Jahr zu beurkunden. 

Somit wäre das durchgängige Befahren von insgesamt ca. 27 km des RS1 zwischen Mülheim/ Heerstraße und A 40 in Bochum gesichert und ein weiterer Meilenstein mit Blick auf den zukünftig insgesamt rund 100 km langen RS1 erreicht. [zur BEG-Startseite]

Keine Kommentare:

Kommentar posten