Stadt Halver: Stadtentwicklung und Elektromobilität auf der Schiene

Mit einem "Ringtausch" und einem aktuell beurkundeten Grundstücksgeschäft konnten die Interessen der Stadt Halver und der Schleifkottenbahn GmbH (SKB) überein gebracht und ein Vorgehen zur Zufriedenheit aller Beteiligten koordiniert werden: Die Stadt Halver will auf insgesamt 60-70.000 qm Fläche am Standort Bahnhof Halver ein seit Längerem drängendes Stadtentwicklungsziel realisieren - die Stärkung von Einzelhandel und Nahversorgungsqualität. Auf dem Gelände liegen aber Dienstbarkeiten der SKB, die eine integrierte Gesamtplanung bisher unmöglich gemacht haben. Die SKB benötigt die Bahnanlagen für ein visionäres Mobilitätskonzept, den Betrieb eines Schienentaxis. Dabei handelt es sich um ein computergesteuertes Elektromobil mit Radartechnik, das als Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Oberbrüggers Unternehmers Friedrich Wilhelm Kugel läuft. Zur Umsetzung dieses Vorhabens gründete er vor mehreren Jahren gemeinsam mit zwei weiteren Gesellschaftern eigens die SKB. Die Unternehmer machen sich für die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken und Erhaltung von Gleisanlagen stark und sind Eigentümer des 6,5 km langen Teilstücks Halver-Oberbrügge der stillgelegten Bahnstrecke Wuppertal-Oberbrügge. "Die Bahnstrecke vor unserer Haustür ist ein Kapital, das wir nutzen sollten" ist das Credo, mit dem Kugel in den vergangenen Jahren Bürger, Ratsvertreter aller Fraktionen, Unternehmer und Wissenschaftler der Fachhochschule Dortmund von seinem Projekt überzeugen konnte. Auch Bürgermeister Dr. Bernd Eicker sieht den Bedarf und unterstützt Kugels Innovationssinn grundsätzlich.

Das im Sinne aller Beteiligten ausgehandelte Ergebnis lautet nun: Die Stadt Halver wird Eigentümerin der Flächen am Bahnhof Oberbrügge und stellt sie zugleich der SKB zur Verfügung. Der Kaufvertrag ermöglicht der SKB den Betrieb einer sog. „Versuchsanlage in privatem Besitz". Dafür verzichtet die SKB auf Flächen am Bahnhof Halver, auf denen die Stadt aufgrund der hierdurch geschaffenen besseren Erschließungsmöglichkeiten jetzt ihre Entwicklungsziele verwirklichen kann. Mehrstündige Beratungen und Verhandlungen im Notartermin selbst taten der abschließenden Wahrnehmung aller Beteiligten keinen Abbruch: konstruktiv, flexibel und zuvorkommend sei der Umgang zwischen Stadt, SKB, DB und BEG gewesen. [zur BEG-Startseite]

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