Turmbau zu Dülmen: Fraktionenübergreifender Konsens zu Bahnhofsplänen

Ein Turmbahnhof oder auch Etagenbahnhof stellt mit übereinanderliegenden Ebenen die Verbindung zwischen sich kreuzenden Eisenbahnstrecken her. Diese Bauform wurde in den Anfängen der Eisenbahn gewählt, damit sich Strecken konkurrierender Eisenbahngesellschaften auf getrennten Ebenen begegnen konnten. In NRW befinden sich noch zwei Turmbahnhöfe in Betrieb: In Köln (Messe-Deutz) und in Dülmen.

Was eisenbahnhistorisch spannend klingt, macht es heute stadt- und fachplanerisch umso interessanter. Mit der Aufnahme der Stadt Dülmen in das dritte EmpfangsgebäudePaket NRW sowie der voraussichtlichen Aufnahme in das europäische Strukturförderprogramm "Kommunaler Klimaschutz NRW" eröffneten sich für die Stadt ein neue Ansätze und Unterstützungswege rund um die komplexen Herausforderungen am Bahnhof:  Neugestaltung barrierefreier Wegeverbindungen zwischen den Gleisebenen, Erneuerung des  Empfangsgebäudes und der Vorplatzgestaltung, Bau eines Fahrradparkhaus und einer Park&Ride-Anlage.

BEG-Projektleiterin Susanne Huhn klärte dazu alle Rahmenbedingungen, koordinierte die Untersuchung der technischen Belange, beauftragte Verkehrswertermittlung und Rahmenplanung; Hand in Hand führte die Stadt einen begleitenden Bürgerworkshop durch, in dem neben viel Zustimmung zu den Neugestaltungs-Vorschlägen auch zahlreiche Anregungen eingesammelt wurden. Daraus entwickelte sich ein Planungszenario, bei dem der Vorplatz zu einer leicht schiefen Ebene wird. Über die gesamte Länge würde ein Höhenunterschied von 2,80m ausgeglichen und es verblieben nur noch 80 cm Niveauunterschied, die mit kleineren Rampen zu überbücken wären. All` dieses wäre mit einem als barrierefrei geltenden Gefälle zu bewältigen. Unter anderem diese  originelle Variante präsentierte BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz schließlich im Bau- und Umweltausschuss der Stadt. Das schlüssige Gesamtkonzept erntete fraktionenübergreifende Anerkennung und so schloss sich auch der Rat kurz darauf dem einstimmigen Votum des Ausschusses an. Positiv wurde auch aufgenommen, dass für die die Hälfte des rund 10 Millionen Euro umfassenden Gesamt-Investitionsvolumens Fördermittel in Aussicht stehen.

Bürgermeisterin Lisa Stremlau kommentierte das einstimmige Votum mit den Worten: „Das ist ein sehr schönes Signal. Es ist ja selten, dass wir uns so einig sind.“

[Aktuell dazu: Video-Clip "Neugestaltung Bahnhof Dülmen", Verein für Medienarbeit e.V., youtube.de]  [zur BEG-Startseite]

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