Bodenschutzpreis Nordrhein-Westfalen im Rahmen der „Allianz für die Fläche“ ausgelobt

Im Rahmen der "NRW-Allianz für die Fläche" loben das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung den Bodenschutzpreis Nordrhein-Westfalen 2018 aus; die Teilnahme am Wettbewerb ist bis zum 16.07.2018 möglich.

Im Vordergrund des diesjährigen Wettbewerbs steht die Aufbereitung industriell vorbelasteter Brachflächen zur Schaffung neuer Flächen für Handwerk, Gewerbe und Industrie.

Der Landeswettbewerb richtet sich an Gemeinden, Gemeindeverbände, Zweckverbände und kommunale Arbeitsgemeinschaften sowie an alle Akteure aus Wirtschaft, Handel, Logistik und Handwerk, private Kooperationen, Arbeitsgemeinschaften, Partnerschaften, wie z. B. Ingenieur- und Planungsbüros, Architekten, Landschaftsarchitekten, Projektentwickler, Stadtplaner, Grundstückseigentümer, Bauträger und Baufirmen.

Die „Allianz für die Fläche in Nordrhein-Westfalen“ ist 2006 vom damaligen Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet worden, um einen kontinuierlichen Dialog zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und einer nachhaltigen Flächenpolitik zwischen den vielfältigen Akteuren im Land zu initiieren. Das zentrale Gremium für diesen Dialog ist der Trägerkreis, in welchem ca. 30 Personen aus Ministerien, den Kommunalen Spitzenverbänden und Kommunen, Verbänden, Vereinigungen und Kammern, der Wirtschaft und der Wissenschaft sowie der wissenschaftlichen Politikberatung zusammenarbeiten; auch die BEG NRW ist Mitglied des Trägerkreises.

Weitere Informationen und vollständiger Auslobungstext: www.aav-nrw.de .  [zur BEG-Startseite]

Bauland an der Schiene: StS Heinisch kündigt Gespräche mit allen Städten und Gemeinden zur Siedlungsentwicklung an Haltepunkten des SPNV an

v.r.n.l.: Staatsekretär Dr. Jan Heinisch, MHKBG, Cornelia Zuschke, Beigeordnete der Stadt Düsseldorf, Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BEG NRW, Jochen Kral, Beigeordneter der Stadt Ratingen, Ralf J. Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH
Die verfügbaren Baulandkapazitäten stehen vielerorts in keinem adäquaten Verhältnis mehr zum Nachfragedruck. Die konsequente Mobilisierung von Baulandpotenzialen an SPNV-Haltepunkten erfährt daher in der Fachwelt breite Zustimmung: Vorhandene Infrastruktur würde bestmöglich ausgenutzt, Pendlerströme von der Straße auf die Schiene gelenkt, Entwicklungsachsen zwischen Land und Stadt gestärkt, erforderliche Flächenentwicklung im Außenbereich auf verantwortbare Bereiche konzentriert. Die Herausforderungen und Chancen in der tatsächlichen Umsetzung solcher Projekte lassen sich aktuell an den Reaktivierungsbestrebungen zur Ratinger Weststrecke verfolgen: Daher nahm der BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz die Polis Convention 2018 zum Anlass, Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär im MHKBG, sowie die Beigeordneten der Städte Düsseldorf, Duisburg und Ratingen zu einem öffentlichen Gespräch am „runden Tisch“ einzuladen. Quintessenz: Der Staatssekretär schlägt moderierte Gespräche mit allen Städten und Gemeinden, Bezirksregierungen und Nahverkehrsträgern über Baulandkapazitäten entlang der Schiene vor, um umsetzungsorientierte Lösungen für die Realisierung zusätzlicher Siedlungsflächen an ÖPNV-Achsen anzustoßen. Hier wisse er um den engen Schulterschluss mit dem Verkehrsministerium und dem Wirtschaftsministerium des Landes, dem auch die Landesplanung zugeordnet ist. Ideal sei auch die Verzahnung auf instrumenteller Ebene mit dem Bahnflächenpool NRW und dem Flächenpool NRW. 

Zum Hintergrund: Auch die landesweit derzeit größte Siedlungsentwicklung auf einer Bahnbrache, „6-Seen-Wedau“, setzt maßgeblich auf die Anbindung an einen späteren Haltepunkt. Die Städte Düsseldorf, Duisburg und Ratingen haben mit der „Wedauer Erklärung“ und einem Antrag zum ÖPNV-Bedarfsplan des Landes die feste Absicht bekundet, die stillgelegte „Ratinger Weststrecke“ zu reaktivieren und dort eine gezielte Baulandentwicklung zu verfolgen, so zum Beispiel am geplanten Haltepunkt Ratingen-Lintdorf. Die Belastungsgrenze der Straßeninfrastruktur im Ballungsraum Rhein-Ruhr scheint erreicht, selbst auf dem Weg zum RRX stünde selbst ein Pendlerbus im Stau. Die Wirtschaftlichkeit eines Haltepunkts für den Nahverkehrsträger korreliert indes unmittelbar mit den Fahrgastzahlen

Gemeinsames Fazit: Haltepunkt-Nähe avanciert für die Ausweisung neuer Baugebiete zum zentralen Standortfaktor. Erfolg wird möglich, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen. Verzahnt mit den Handelnden der kommunalen und regionalen Planung einerseits und der Infrastrukturplanung und -förderung andererseits besteht in NRW jetzt eine besondere Chance, gemeinsam getragene Lösungswege zu finden und zu verabreden. [zur BEG-Startseite]

Flächenpool NRW-Projekt in der Gemeinde Recke: Der Abschied vom Sanobub wird zum Neuanfang

Drei Akteure, ein Ziel: Dr. Volker Schick, DMK-Werksleiter, Bürgermeister Eckard Kellermeier und André Stangier vom Flächenpool NRW
Als die DMK Ice Cream GmbH bekannt gab, dass sie ihren Standort im westfälischen Recke Ende des Jahres 2015 schließen würde, führte das zu einer großen Betroffenheit in der rund 11.500 Einwohner zählenden Gemeinde. „Nicht nur der Verlust eines wichtigen Arbeitgebers drohte, auch die Vorstellung, dass die innerstädtisch liegende Eiskremfabrik brachfallen würde, bereitete uns Kopfzerbrechen“, schildert Bürgermeister Eckhard Kellermeier. Rund 120 Festangestellten und circa 70 Saisonarbeitern bot das seit vielen Jahrzehnten in Recke ansässige Werk Beschäftigung. Sie produzierten in Recke Eis für verschiedene Kunden des Lebensmitteleinzelhandels in früheren Zeiten auch unter der Marke „Sanobub“ – an dem Standort auf einer Grundfläche von rund einem Hektar mitten im Ort.

Integrierte Lage macht Expansion unmöglich
 „Die Muttergesellschaft DMK Deutsches Milchkontor GmbH ist ein europaweit führender Hersteller von milchbasierten Produkten und beschäftigt an 26 Standorten in zehn Bundesländern 7.500 Mitarbeiter. Unsere Wirtschaftlichkeitsberechnungen ergaben, dass nur eine Modernisierung und gleichzeitige Expansion den Standort Recke wieder in die Gewinnzone bringen würde. Da aber aufgrund der integrierten Lage keine Erweiterung möglich war, mussten wir uns für eine Schließung entscheiden“, erläutert Dr. Volker Schick, DMK-Werksleiter in Recke. Die DMK konnte fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an andere Arbeitgeber in der Region vermitteln. Viele fanden im DMK Schwester-Werk Georgsmarienhütte eine neue Heimat oder wechselten zu dem Osnabrücker Unternehmen Coppenrath & Wiese KG. Dr. Volker Schick: „Uns lag andererseits auch am Herzen, in der Stadt keine Brache zu hinterlassen.“ Doch die Suche nach Käufern oder neuen Nutzern für die Fabrik blieb erfolglos. Gemeinsame Überlegungen, ob ein Ankauf des Geländes durch die Kommune möglich sei, warfen zahlreiche Fragen auf. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen in Recke dafür, Unterstützung beim Flächenpool NRW zu beantragen. Bis zu einem möglichen Ankauf von Grundstück und Gebäuden durch die Gemeinde erklärte sich die DMK bereit, das Gelände und die Gebäude zu sichern und zu pflegen. 

Kooperative Vertragspartner
André Stangier, Projektleiter für den Flächenpool NRW, Standort Essen bei der BEG NRW, berichtet:
„Die Gemeinde Recke war eine der ersten Kommunen, die die Möglichkeit nutzten, einen Einzelstandort für den Flächenpool NRW zu melden."
Im April 2017 startete das Verfahren, rund ein Jahr später stehen alle Kooperationspartner kurz vor der Übergabe des Produktionsstandortes an die Gemeinde. Erste Planungsszenarien für eine Nachnutzung wurden bereits entwickelt, der Weg für Detailplanungen ist bereitet. „Unser Team ist hier in Recke auf zwei sehr kooperative Vertragspartner gestoßen“, berichtet André Stangier: „Wir haben einen Eigentümer, der sich auch nach der Standortaufgabe weiter intensiv und verantwortungsbewusst um seine Liegenschaft kümmert und eine engagierte Gemeinde, die dem Standort die nötige Priorität gibt und bereits einen langjährigen, offenen Austausch mit dem Eigentümer pflegt.“ Die Tätigkeit des Flächenpool-Teams konzentrierte sich in diesem Fall demnach weniger darauf, Konflikte moderativ zu lösen, sondern die Gemeinde vor einer großen Gewerbebrache im Herzen der Stadt zu bewahren, in guter Kooperation aller Beteiligten. Die Experten berieten bei der Festlegung der Kaufpreisspanne, plausibilisierten die von der DMK vorgelegten Boden- und Baugutachten, führten eine Risikoanalyse durch und ermittelten die Potenziale für eine zeitnahe Nachnutzung. Eine gewerbliche Nachnutzung wurde aufgrund der herangerückten Wohnbebauung schnell verworfen, während die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel bereits durch mehrere Verträglichkeitsstudien ausgeschlossen werden konnte. 

Platz für neue Wohnkonzepte 
Eckhard Kellermeier: „Natürlich hätten wir gern wieder mehr Arbeitsplätze hier vor Ort. Recke ist eine Auspendlerkommune, von den 53 Quadratkilometern, die zum Stadtgebiet gehören, werden rund 75 Prozent landwirtschaftlich genutzt.“ Doch betritt man das Werksgelände, wird schnell klar, dass die Möglichkeiten einer modernen gewerblichen Nutzung eingeschränkt sind. So wird die Gemeinde mit großer Wahrscheinlichkeit ein neues innerstädtisches Wohnquartier auf dem Gelände entwickeln, das sich harmonisch in die direkt angrenzende Ein- und Mehrfamilienhausbebauung einfügt. Erste städtebauliche Planungen hat der Flächenpool NRW bereits entworfen und mit den Beteiligten diskutiert. Im Anschluss an den Eigentümerwechsel wird der Flächenpool NRW gemeinsam mit der Gemeinde in die Detailplanung einsteigen, konkrete weitere Maßnahmen definieren und die Zeitschiene der Umsetzung festlegen.
 Eckhard Kellermeier: „Es ist nach wie vor ein Risiko als Gemeinde, die leider finanziell nicht besonders gut ausgestattet ist, einen solchen Standort zu übernehmen. Wir fühlen uns durch den Flächenpool NRW aber so gut vorbereitet und unterstützt, dass die Chancen überwiegen, ein attraktives neues Quartier in Recke gestalten zu können."
Der Flächenpool NRW ist ein Angebot des Landes NRW, durchgeführt von NRW.URBAN und BEG NRW. [zum Flächenpool NRW] [zur BEG-Startseite]

„Zwischen Flut und Erlebnis“ – Zweitägige Veranstaltung zum Einfluss des Wassers in und auf die Stadt

Exkursionsteilnehmer an der Pader, (c) Netzwerk Innenstadt NRW
Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am 10. und 11. April die 9. Tagung des Netzwerk Innenstadt NRW in Paderborn besucht und damit eindrucksvoll die Aktualität des Themas belegt. Eine hohe Praxisrelevanz sieht auch Teilnehmer und BEG-Geschäftsführer Volker Nicolaus: "Das Thema Wasser gilt es bei jeder integrierten Planung und verantwortungsvollen  Projektentwicklung  zu berücksichtigen -  hinsichtlich  der stadträumlichen Nutzung seiner Vorzüge aber auch hinsichtlich des Umgangs mit steigenden Starkregen- und Hochwasserwahrscheinlichkeiten. Auch in die Rahmen- und Detailplanungen zum großen Kooperationsprojekt 6 Seen Wedau von DB Immobilien und BEG NRW findet es umfassend Eingang."

Landesinitiative "Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen"

Eröffnet wurde die Tagung seitens der zuständigen Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein Westfalen, Ina Scharrenbach. In einer Pressemitteilung führt der Veranstalter dazu aus: In ihren Leitgedanken zur Stadtentwicklungspolitik in Nordrhein- Westfalen kündigte die Ministerin eine neue Landesinitiative Zukunft.Innenstadt.Nordrhein Westfalen an. Die wird von Partnern der kommunalen Familie, des Handels, der Wohnungswirtschaft, der Baukultur sowie vom Netzwerk Innenstadt und der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt und Ortskerne getragen. Unter dieser Dachmarke soll die Weiterentwicklung von Innenstädten, Stadtkernen und Ortszentren über die folgenden Jahre begleitet und fachlich qualifiziert werden. „Mir ist wichtig, die Kommunen bei der andauernden Transformation ihrer Zentren durch zielgerechte Städtebau und Wohnungspolitik zu unterstützen“, sagte die Ministerin. Außerdem griff sie das Thema der Tagung auf. „Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung ist auch eine integrierte Betrachtungsweise des Themenfeldes Wasser erforderlich“, so Scharrenbach. Dies sei „ein wichtiger von zahlreichen Mosaiksteinen auf dem Weg zu lebenswerteren Städten in unserem Land“. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Ing. Mathias Uhl (FH Münster) den historischen Wandel der Ressource Wasser dar.

Im weiteren Fokus standen zwei Themenfelder, die tiefergehend beleuchtet und diskutiert wurden: zunehmende Hochwasserereignisse in Innenstädten einerseits, die potenziell urbane Erlebnisqualität von Wasser andererseits. Zunehmende Starkregen und Hochwasserereignisse machten integrierte Wassermanagementkonzepte und eine wasserorientierte Stadtplanung erforderlich, so die Experten übereinstimmend. In den Innenstädten seien künftig sowohl bei Stadterneuerung wie Stadtumbau Maßnahmen zur Starkregenvorsorge, zum präventiven Hochwasserschutz und zum Hochwasserrisikomanagement zu berücksichtigen .

Am Nachmittag standen die gestalterischen Chancen des Wassers für Innenstädte im Mittelpunkt. Plätze mit Wasser, Uferpromenaden und Wasserspielplätze, so der Tenor, zeichnen sich durch einen hohen Freizeitwert aus und seien willkommene Naherholungs und Aufenthaltsräume, sie seien unverzichtbar für die Lebensqualität. Wasserflächen wirken im Sommer kühlend und beeinflussten somit das Stadtklima positiv. Bei der Gestaltung urbaner Stadträume mit Wasserarchitektur müssten zudem die Regenwassernutzung sowie die Energie, Kälte und Wärmegewinnung in den Fokus rücken. Abrundend konnten sich die Tagungsteilnehmer auf vier Exkursionen vor Ort über die Thematik informieren.

Auf der Tour nach Rheda Wiedenbrück und Lippstadt waren Hochwasserschutz , Renaturierung und Gestaltung an Ems und Lippe zu begutachten. Auf der zweiten Tour standen der Hochwasserschutz und die Renaturierung der Bega in Lemgo sowie die Entwicklung der historischen Altstadt mit der Salze in Bad Salzuflen im Vordergrund. Die Tour nach Bad Karlshafen und zum Weser Skywalk befasste sich mit der Weser und den gestalterischen wie funktionalen Möglichkeiten des Wassers. Tour 4 schließlich erkundete das Paderquellgebiet in Paderborn. [zum Netzwerk Innenstadt NRW] [zur BEG-Startseite]