Investorenauswahlverfahren für Wuppertaler Hauptbahnhof

Der Startschuss für das von der BEG gemeinsam mit der Stadt Wuppertal und der DB Station&Service AG geplante zweistufige Investorenauswahlverfahren für das Wuppertaler Bahnhofsgebäude ist gefallen. Die Teilnehmer wurden im Vorfeld gemeinsam von der Stadt Wuppertal, der DB Station&Service AG und der BEG im Zuge der ersten Interessenbekundungen ausgewählt.

Nachdem die Entwicklung der bereits im Detail von Stadt, WSW (Wuppertaler Stadtwerke GmbH) und BEG weitgehend aus Mitteln der BEG geplanten Seilbahnstation westlich des historischen Bahnhofsgebäudes aufgrund der negativen Ratsentscheidung vom Sommer 2019 nicht weiterverfolgt werden konnte, haben BEG, DB Stationervice AG als Eigentümerin sowie die Stadt Wuppertal die Details des Verfahrens abgestimmt, in dessen Rahmen nun ein Käufer für das historische und denkmalgeschützte Gebäude inklusive der beiden historischen Flügelbauten gefunden werden soll. Der in den Jahren 1848 (Empfangsgebäude) bis 1865 (erster Flügelbau) sowie in den 20er/30er Jahren (zweiter Flügelbau) erbaute Gebäudekomplex soll städtebaulich und architektonisch neu gestaltet werden. 

Der repräsentative und in zentraler und hochfrequentierter Lage zwischen den Bahnsteiganlagen sowie dem neuen Busbahnhof und Vorplatz gelegene Bahnhof verfügt über eine direkte Anbindung an die Innenstadt und die Schwebebahn und ist damit von hoher städtebaulicher Relevanz. Das Investorenauswahlverfahren soll hier eine hochwertige Gesamtlösung garantieren, wobei die Gebäude sich hinsichtlich Gestaltung und Kubatur denkmalverträglich in die Umgebung einfügen sollen. Die Stadt Wuppertal hat im Rahmen des Projekts „Döppersberg“ bereits das Bahnhofsumfeld in Abstimmung mit der DB Station&Service AG und mit umfangreicher Unterstützung aus Städtebau- und Verkehrsfördermitteln des Landes NRW neu geordnet und städtebaulich sowie verkehrlich vorbildlich entwickelt. Derzeit werden noch umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen an den Bahnsteiganlagen des Hauptbahnhofs mit Unterstützung des Landes NRW umgesetzt. 

Das Investorenauswahlverfahren soll im 3. Quartal 2020 abgeschlossen werden. [zur BEG-Startseite]

GEBAG unterzeichnet Kaufverträge für Großteil der Entwicklungsflächen von 6 Seen Wedau

Die GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH (GEBAG) hat die Kaufverträge mit der DB Station&Service AG für insgesamt 74 Hektar und damit den Großteil der gesamten Projektfläche von 6 Seen Wedau unterzeichnet. Allein die Gartenflächen, die von der Bahn-Landwirtschaft Köln erworben werden, die Fläche für den Nahversorgungsbereich und der Bereich unterhalb der Wedauer Brücke sind nicht Bestandteil des Kaufgegenstandes. Der Besitzübergang soll noch in diesem Jahr erfolgen. 

Zusammen mit den Verantwortlichen der DB Immobilien Region West und der DB Station&Service AG freute sich GEBAG-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer über den wichtigen Meilenstein und gleichzeitig auf die nächsten Entwicklungsschritte des Mega-Projektes (mehr). 

Die Unterzeichnung der Kaufverträge war zugleich auch Startschuss für den Abschluss des Erschließungsvertrages sowie des städtebaulichen Vertrages der GEBAG mit der Stadt Duisburg. Diese Verträge regeln die genaue Durchführung sowie den Umfang der Baumaßnahmen und sind somit Grundlage für den weiteren Projektverlauf. Am 30.01.2020 soll in einer außerordentlichen Ratssitzung der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst werden. 

Die BEG hatte den Parteien bei der Ausarbeitung der Kaufverträge für Nord- und Südfläche als Beraterin unterstützend zur Seite gestanden, insbesondere die adäquate vertragliche Berücksichtigung der Bodenthematik auf der Nordfläche wurde nicht zuletzt durch die Beauftragung einer zusätzlichen Bodenuntersuchung sichergestellt. Der Auftrag eines Boden-/ Qualitätsmanagementkonzeptes für die Südfläche stellt zudem gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse nach Umsetzung der Planung sicher und dient während der Bauphase als Grundlage für die Verwertung und/oder Entsorgung der anfallenden Aushubmassen südlich der Wedauer Brücke. 

Bevor die Bauarbeiten für den Wohnungsbau starten können, müssen die Gärten der Bahnlandwirtschaft und der Lärmschutzwall fertig sein. Durch die Verlagerung der bestehenden Gärten in den Süden werden die Flächen für den Einzelhandel und den Wohnungsbau erst verfügbar. [zur BEG-Startseite]

Bau.Land.Leben in der Praxis – Werkzeugkoffer des Ministeriums wird in Bochum und Gelsenkirchen effektiv genutzt

Im August hat Ministerin Ina Scharrenbach die Initiative „Bau.Land.Leben“ gestartet. Damit bündelt das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW alle Unterstützungsangebote, Initiativen und Aktivitäten des Hauses zur Mobilisierung von Bauland in einem gemeinsamen Werkzeugkoffer. 

Am Beispiel der benachbarten Städte Bochum und Gelsenkirchen wird besonders gut deutlich, welche Dynamik die zur Verfügung stehenden Werkzeuge kombiniert entfalten. Die BEG begleitet die Städte sowohl über ein interkommunales Bau.Land.Bahn-Kooperationsprojekt als auch an mehreren Bau.Land.Partner-Standorten (ehemals Flächenpool NRW). Vor diesem Hintergrund stand am 29. November 2019 der ehemalige Güterbahnhof Gelsenkirchen-Wattenscheid auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils der Bezirksvertretungs-Sitzung Bochum-Wattenscheid: Für die Entwicklung des Gesamtareals auf Grundlage einer gemeinsamen interkommunalen Rahmenplanung ist für die Bochumer sowie auch für die Gelsenkirchener Flächen die Aufstellung von Bebauungsplänen erforderlich – die Grundlagen für die Aufstellung werden durch die Stadt Bochum, die Stadt Gelsenkirchen und die Deutsche Bahn gemeinsam unter Moderation der BEG abgestimmt. 

Die Güterbahnhofsflächen („Güterbahnhof Gelsenkirchen-Wattenscheid“) auf Gelsenkirchener Stadtgebiet sowie deren Ausdehnung Richtung Osten auf Bochumer Stadtgebiet („Bahntrasse Günnigfeld“) bilden ein Baulandpotenzial von insgesamt rund 17 Hektar in zentraler Lage, die bestens geeignet erscheinen, dem stark wachsenden Wohnraumbedarf Rechnung zu tragen. Noch dazu liegt das Areal direkt am Radschnellweg Ruhr (RS1), der auf einer Länge von circa 100 Kilometern zwischen Hamm und Duisburg die Kernstädte des Ruhrgebietes miteinander verbinden wird. Bau.Land.Partner unterstützt das Projekt durch die Abstimmung mit und die Einbindung von weiteren privaten Grundstückseigentümern mit dem Ziel, mehrere Erschließungsoptionen zu sichern. Güterbahnhof und Bahntrassen-Radweg sind jedoch nicht die einzigen Projekte, die mit Hilfe des „Förderinstrumentenkoffers“ der Bau.Land.Leben-Initiative bearbeitet werden. Das Thema „Baulandentwicklung südliche Innenstadt Wattenscheid“ steht seit dem Abschluss der Konsensvereinbarung im Dezember 2017 auf der Agenda der Stadt Bochum, die - in Kooperation mit Bau.Land.Partner - Wohn- und Gewerbebaulandentwicklungen auf insgesamt circa 55 Hektar Fläche rund um den Bahnhof Wattenscheid anstrebt. Hier wurde in enger Abstimmung mit der Stadt Bochum und den Grundstückseigentümern ein Strukturkonzept entwickelt, das nun Grundlage weiterer Planungen sein wird. Konkret geht es um die drei Teilräume „An der Papenburg / Berliner Str.“, „Zweistromland“ (zwischen A 40 und Bahngleisen) und „Wilhelm-Leithe-Weg / Ridderstraße“. 

Letztlich schließt sich der Kreis am Bahnhof Wattenscheid: Denn dieser steht seit langem auf der Wunschliste der Stadt Bochum. Insbesondere die Tatsache, dass der Bahnhof das Verbindungstor der Wattenscheider Entwicklungsflächen darstellt und im Rahmen der Bearbeitung durch Bau.Land.Partner wieder in den Fokus gerückt ist, hat das Erwerbsinteresse der Stadt noch verstärkt. Ziel ist eine neue Nutzung sowie eine Aufwertung des Bahnhofsgebäudes, aber auch des gesamten Bahnhofumfeldes sowie eine bessere Stadtteilverbindung über einen Tunnel zu schaffen, der das südliche Wattenscheid besser anbindet. Der Bahnhof soll seiner Bedeutung entsprechend als moderner, intermodaler Verkehrsknotenpunkt ertüchtigt werden – inklusive einer funktionalen und gestalterischen Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes, der Gestaltung des Bahnhofsumfeldes als Stadtteilentree, der baulichen Instandsetzung und gestalterischen Aufwertung des Bahnhofsgebäudes sowie einer besseren Erreichbarkeit für Fußgänger und Radfahrer. Die Stadt hat sich am Verfahren der „Empfangsgebäudepakete NRW“ des Landes NRW mit neutraler Begutachtung des Bahnhofsgebäudes Wattenscheid beteiligt. Die Entscheidung über den städtischen Erwerb des Bahnhofsgebäudes soll kurzfristig in den politischen Gremien der Stadt Bochum getroffen werden. 

Gesamthaft zeigt sich, wie sich städtebauliches Entwicklungspotenzial u.a. auf Bahnflächen effizient und zielgerichtet mit dem Kooperationswillen aller Beteiligten und der Unterstützung gleich mehrerer Bau.Land.Leben-Instrumente aktivieren lässt. [zur BEG-Startseite]

Baulandgespräche stoßen auf große Resonanz

Foto: Stefan Klink
Bereits 83 Gespräche wurden im Rahmen der vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung ins Leben gerufenen Initiative Bauland an der Schiene geführt – eine beachtliche Anzahl, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Landesinitiative erst vor einem guten Jahr ins Leben gerufen wurde. Ziel der Gespräche: Alle Beteiligten an einen Tisch holen, Grundstücke mit Entwicklungspotential an Bahnstrecken identifizieren und anschließend die Kommunen bei der Entwicklung unterstützen. 

Lesen Sie alle Einzelheiten in der von Ministerin Ina Scharrenbach veröffentlichen Pressemitteilung. [zur BEG-Startseite]

Umsetzungsvariante für RS1 durch Essener Eltingviertel steht fest

ASTOC Architects and Planners / BEG NRW
Aus einer vor Jahren komplexen Ausgangssituation ist mittlerweile ein konkreter Erfolg geworden: Als Kooperationsprojekt von BEG und DB Immobilien nimmt das Vorhaben „RS1 Bereich Essen Eltingviertel / Viehofer Platz“ seit 2018 Fahrt auf. 

Nachdem alle Beteiligten ins Boot geholt worden und deren Interessen abgeglichen waren, konnte die BEG schon bald Machbarkeitsstudien und weitere notwendige Untersuchungen beauftragen. Die in diesem Rahmen nach und nach entwickelten diversen Planungsvarianten für das rd. 300 m lange Eltingviertel-Teilstück des Radschnellwegs Ruhr (RS1) hat nun eine Vorzugsvariante hervorgebracht, die auch in den politischen Gremien auf Zustimmung gestoßen ist. Dazu wurden drei verschiedene Varianten und teilweise zusätzliche Untervarianten auf Grundlage gemeinsam entwickelter Fragestellungen einzeln auf ihre Umsetzbarkeit untersucht. Aus den Erkenntnissen dieser Untersuchung wurde wiederum eine Vorzugsvariante entwickelt, die die Hemmnisse der drei Ursprungsvarianten so weit wie möglich überwinden konnte. 

Von der Idee, die Trasse über Dächer und durch Gebäude zu führen, wurde in der neuen Variante Abstand genommen, nachdem insbesondere rechtliche Gründe gegen eine solche Umsetzung gesprochen hatten. Eine ebenerdige Realisierung (Straßenniveau) des RS1 hätte auf der anderen Seite die Überwindung größerer Höhenunterschiede für die Anschlüsse an die Brückenbauwerke zur Folge, die nur mithilfe von unverhältnismäßig langen Rampen zu realisieren gewesen wären. Schließlich hat ein so genannter Radschnellweg zahlreiche Qualitätskriterien zu erfüllen – u.a. dürfen Steigungen nicht mehr als 6% betragen. 

Der RS1 kann entsprechend der nun ausgewählten Variante unabhängig von den städtebaulichen Überlegungen der Stadt Essen gebaut werden. Der Bahndamm wird zu 60% zurückgebaut, so dass der Radweg auf dem verbliebenen Dammkörper errichtet und über Brücken in heutiger Höhenlage geführt werden kann. Die gewünschte Verzahnung des RS1 mit dem zukünftigen Quartier wird durch die beiderseitige Anordnung neuer Gebäude mit der Schwerpunktnutzung Wohnen erzielt – diese werden wiederum räumlich und funktional direkt mit dem Radweg verbunden. Sondernutzungen im Erdgeschoss und auch angrenzend an den Radweg sind möglich/erwünscht. 

Die BEG konnte in Kooperation mit der DB Immobilien im letzten Jahr in 4 Kommunen Kaufverträge für wesentliche Teile des RS1 beurkunden. In Mülheim war dies ein 600 m langes Teilstück zwischen der Fachhochschule und der Heerstraße, in Essen ein 1,9 km langes Teilstück zwischen dem Bahnhof Essen Kray Nord und der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen, in Gelsenkirchen ein 900 m langes Teilstück (hier wurde bereits in 2018 ein Teilstück beurkundet) sowie ein 3,3 km langer Abschnitt in Bochum. So sind mittlerweile vom Bahnhof Essen Kray Nord bis zur A40 in Bochum rund 8 km des zukünftigen RS1 in Händen des Landesbetriebes Straßenbau NRW (Straßen NRW). Ziel aller Beteiligten ist, den Kaufvertrag für die RS1-Flächen durch das Eltingviertel bis zum Bahnhof Essen Kray Nord noch in diesem Jahr zu beurkunden. 

Somit wäre das durchgängige Befahren von insgesamt ca. 27 km des RS1 zwischen Mülheim/ Heerstraße und A 40 in Bochum gesichert und ein weiterer Meilenstein mit Blick auf den zukünftig insgesamt rund 100 km langen RS1 erreicht. [zur BEG-Startseite]