Beispielhafte Bahnflächenentwicklung – Swisttal schafft beste Voraussetzungen für Wohnen und Arbeiten an der Schiene

Am 24. August trafen sich Ministerin Ina Scharrenbach, Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Landrat Sebastian Schuster (Rhein-Sieg-Kreis) und BEG-Geschäftsführer Henk Brockmeyer zum offiziellen Spatenstich für den Umbau des südlichen Bahnhofsumfeldes in Swisttal-Odendorf. 
Das Großprojekt ist zugleich ein Zukunftsprojekt für Pendler: Es geht im Wesentlichen um die Umgestaltung und Erweiterung der bestehenden Park & Ride- und der Bike & Ride - Anlage des südlichen Bahnhofsumfelds sowie den Neubau einer Buswendeschleife im südlichen Bereich. Die Gesamtkosten des Projektes inklusive dazugehöriger Straßen- und Kanalbauarbeiten belaufen sich nach Angaben der Gemeinde auf gut 2,5 Millionen Euro. 

Die knapp 20.000 Einwohner zählende Gemeinde Swisttal hatte bereits Ende 2005 die Konsensvereinbarung als Grundlage für die Kooperation mit der BEG NRW unterschrieben. Für rund 23.000 m² nicht mehr betriebsnotwendiger Bahnflächen am Bahnhof Odendorf haben Gemeinde und BEG in mehrjähriger Zusammenarbeit, die schließlich in der Aufstellung eines Bebauungsplans mündete, die Voraussetzungen für eine komplette Neuordnung und attraktive Gestaltung der Flächen rund um den Bahnhof Odendorf geschaffen. Bürgermeisterin Kalkbrenner bedankte sich insbesondere auch bei Projektleiter Klaus-Dieter Büttner, der die Gemeinde über Jahre begleitet hat. 

Die Aufwertung des gesamten Bahnhofsumfeldes wird in zwei Bauabschnitten realisiert: der nördliche Bahnhofsbereich wurde bereits 2017 fertiggestellt. Wesentlicher Bestandteil war der Bau der Personenunterführung zur Verbindung von nördlichem und südlichem Ortsteilbereich (Modernisierungsoffensive II der DB AG, MOF II). Darüber hinaus wurden (auf zwei Parkbereichen) insgesamt 110 Stellplätze (inkl. Behinderten-, Kiss+Ride- sowie Parkplätze mit Ladestation für E-Autos) realisiert. Dazu kommen 52 überdachte Fahrradstellplätze sowie 9 Fahrradboxen, inzwischen ergänzt um eine E-Bike-Station. 

Nun also beginnen die Bauarbeiten für den südlichen Bahnhofsbereich – der zweite Bauabschnitt umfasst den Umbau der bestehenden P+R-Anlage und wird nach Fertigstellung insgesamt weitere 86 P+R-Stellplätze sowie 69 B+R-Stellplätze anbieten können. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) fördert das Projekt mit einer Quote von 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Swisttal erhält mit dem Zuwendungsbescheid über 1,7 Millionen Euro also einen bedeutenden Zuschuss für das Großprojekt. 

Swisttals zweitgrößter Ortsteil Odendorf wird durch die beschriebenen Maßnahmen im Sinne der Landesregierung weiter gestärkt. Nach Abschluss der verkehrsinfrastrukturellen Bauarbeiten ist der Weg frei für die Entwicklung der geplanten Wohneinheiten. Innerhalb der im B-Plan ausgewiesenen Wohnbauflächen können bis zu 14 Baugrundstücke (zweigeschossige Bauweise) entwickelt werden. Das attraktive Bahnhofsumfeld mit hervorragender Parkinfrastruktur sowohl für PKWs als auch für Fahrräder unterstützt den Umstieg von der Straße auf die Schiene, denn: „Wo man komfortabel vom Auto oder vom Rad in die Bahn umsteigen kann, wo man das Rad trocken und sicher abstellen kann, dort wird das Park-und-Ride-Angebot auch angenommen“, so Ministerin Ina Scharrenbach. Das vorhandene Gewerbegebiet profitiert bereits von den Entwicklungen im Bahnhofsumfeld – das Angebot an Gewerbeflächen wurde in westliche Richtung entlang der Bahnstrecke erweitert. 

Im Rahmen der Landesinitiative Bauland an der Schiene sind im Umkreis von nur einem Kilometer um den Haltepunkt Odendorf drei weitere große Flächen identifiziert worden, die im Sinne der Initiative Potenzial aufweisen. Inwieweit sich diese tatsächlich für bauliche Nutzungen eigenen würden, wird sich in den nächsten Monaten herausstellen. [zur BEG-Startseite]

Mobilstation Ibbenbüren Laggenbeck offiziell übergeben – Stadt will zum Umstieg auf die Schiene bewegen

So schnell wie das Band durchgeschnitten war, konnte man kaum auf den Auslöser drücken: Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, Maximiliane Lizardo-Schwarze vom NWL und BEG-Projektleiter Carsten Kirchhoff (vorne, v. l.) weihten die Mobilstation Laggenbeck offiziell ein. Projektleiter Fernando Quiroga, der Technische Beigeordnete Uwe Manteuffel und Hartmut Dieckmann, Geschäftsführer Dieckmann Bauen + Umwelt aus Osnabrück (bauausführende Firma) beobachteten das Geschehen. 

Es wurde eine Menge für Pendler getan: 32 Fahrradboxen, 17 überdachte Fahrradständer, 32 überdachte und gesicherte Ständer, 32 Fahrradbügel – ausgezeichnete Bedingungen für Radfahrer. „Bei Fahrradboxen machen wir immer etwas mehr, weil wir hoffen, Leute zum Umstieg zu bewegen“, sagt der Technische Beigeordnete Uwe Manteuffel. Aber auch an die Autofahrer wurde gedacht. 84 Parkplätze, zwei Kurzzeit- und zwei Behindertenparkplätze – und wenn es gut läuft ab Ende des Jahres auch noch zwei E-Lade-Säulen. Komfortable Zustände. Und doch: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir erleben, diesen Parkplatz erweitern zu müssen“, sagt Verkehrsplaner Manfred Dorn. Zum Beispiel auf der anderen Seite der Gleise. Den Menschen soll es so leicht wie möglich gemacht werden, auf den Zug um- und in den Zug einzusteigen. Mit Anlagen wie dieser. „Für uns ist das ganz wichtig, dass wir diesen Mobilitätspunkt gebaut haben“, sagt Manteuffel und verweist auf die Verknüpfung Auto und Zug sowie Fahrrad und Zug. „Das ist für uns zukunftsweisend, denn nur so geht es. Ich glaube, dass wir so die Mobilitätswende gut in den Griff bekommen. Das ist gut investiertes Geld.“ Bürgermeister Schrameyer sprach von einem schönen Signal für Ibbenbüren. „Hat gut geklappt.“ Carsten Kirchhoff von der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft (BEG) lobte die gute Zusammenarbeit und die Konzeption. „Das wird auch angenommen, das sieht man ja. Das haben wir uns hier immer gewünscht.“ 

Lange hat es gedauert, bis das, was mal ein Bahnhof war, zur Mobilstation wurde. 2016 erfolgte der erste Förderantrag, 2017 der Grunderwerb über die BEG, 2018 der Ausbau der Technik aus dem alten Bahnhofsgebäude, 2019 dessen Abriss und der Baubeginn der Anlage – und jetzt wurde sie eingeweiht. Zu den zu meisternden Herausforderungen gehörten unter anderem alte nicht verortete Leitungen, Fundamente und Schächte im Boden, notwendiger Bodenaustausch die Umlegung von DB-Leitungen und nicht zuletzt das Wetter... „Bauen im Bereich der Bahn ist immer mit Überraschungen verbunden“, sagte Uwe Manteuffel, was Carsten Kirchhoff nur bestätigen konnte. 

Die Fahrradboxen können beim Stadtmarketing gebucht werden. „Es gibt schon eine Warteliste, aber ein paar sind noch frei“, sagt Manfred Dorn. Und auch im "Käfig" kann man noch Plätze buchen. 

Die Stadt geht inzwischen für die Mobilitätswende noch einen Schritt weiter: Alternative Möglichkeiten, Anreize für den Umstieg auf die Schiene zu schaffen, wird sie im November im Rahmen der Landesinitiative „Bauland an der Schiene“ klären. Dazu nutzt sie das Angebot des Landes Nordrhein-Westfalen und führt ein moderiertes Baulandgespräch, um Flächenpotenziale in unmittelbarer Nähe von Schienenhaltepunkten (in Ibbenbüren sind es drei) zu erörtern. Moderation und Gesamtkoordination liegen beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Kooperation mit der BEG, ebenso wie die 50%ige Finanzierung, Vergabe und Begleitung gegebenenfalls erforderlicher städtebaulicher Rahmenplanungen. Die unmittelbare, fachübergreifende Erörterung optimiert die Ergebnisfindung und beschleunigt den Abstimmungsweg für verbindliche Entscheidungen. [zur BEG-Startseite]

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Integrierte Entwicklung am Bahnhof Dorsten: Ministerin Ina Scharrenbach und Werner Lübberink finden Engagement von Stadt und Bürgern beispielhaft!

Gruppenbild Bf Dorsten
Alle Weichen für die Bahnhofs- und Bahnflächenentwicklung für neuen Stadtraum in der Mitte sind nun gestellt. Aus diesem Grund kamen am 23. Juli die Projektermöglicher allseitig zusammen.  Nach erfolgter Gleisverlegung hat jetzt das Eisenbahnbundesamt die Freigabe von rund 12.000 m² Fläche genehmigt. Nachdem die Verkehrsstation bereits 2019 barrierefrei modernisiert wurde, bedeutet dies nun „grünes Licht“ für ein städtebauliches Herzstück im integrierten Stadtentwicklungsprogramm „Wir machen MITte“: Ein innerstädtisch integrierter Bürgerbahnhof, der nicht nur durch Gleise von der Innenstadt getrennt, sondern durch ein neu gestaltetes Umfeld angebunden wird. Dieses Vorhaben wird auch aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Dank vielfältigem Engagement kann das Vorhaben nun die Zielgerade nehmen. Dafür spricht Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgermeister Tobias Stockhoff bei ihrem Besuch vor Ort Anerkennung aus: „Es gibt vermutlich wenige kommunale Entwicklungsprojekte, die die Komplexität der integrierten städtebaulichen Entwicklung eines denkmalgeschützten Bahnhofs und seines Umfelds übertreffen.“ Diese Herausforderung habe die Stadt Dorsten in Begleitung der BEG NRW angenommen und „vorausschauend die Voraussetzungen für einen attraktiven, gut angebundenen Bahnhof geschaffen, der noch mehr Menschen aus den umliegenden Baugebieten zum Umstieg auf die Schiene bewegen wird.“ Auch das gemeinnützig orientierte Nutzungskonzept für den historischen Bahnhof erfährt viel Zuspruch: „Wie sich die Vereine, Bürgerinnen und Bürger in Dorsten als ‚Bahnhofsfamilie‘ einsetzen, ist einfach beispielhaft“, lobt Ministerin Scharrenbach.

Die Stadt Dorsten zeige, wie Verzahnung von Stadt- und Verkehrsentwicklung gelinge. Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Nordrhein-Westfalen, betont daher: „Der Bahnhof Dorsten verbindet das Ruhrgebiet mit dem Münsterland und wird täglich von 2.500 Reisenden und Pendelnden genutzt. Das Entwicklungsprojekt rund um den Bürgerbahnhof ist ein Paradebeispiel für gute Zusammenarbeit und zeigt wieder einmal mehr, dass Bahnhöfe als Drehscheiben der Mobilität und Zentren urbanen Lebens eine besondere Bedeutung in einer Stadt einnehmen.“

Bürgermeister Tobias Stockhoff nimmt diesen Zuspruch dankbar mit in die finale Projektphase: “Mit der neuen Nutzung des Bahnhofs und den Verbesserungen von Aufenthaltsqualität und Wegebeziehungen bauen wir auf identifikationsstiftende Wirkung weiter über den Bahnhofsbereich hinaus. Nicht nur der heutige Tag macht mich sehr zuversichtlich, dass uns hier etwas ganz Besonderes gelingt!“

Gestartet ist die Stadt Dorsten in den komplexen Prozess der Verzahnung von Stadt und Schiene bereits vor vielen Jahren, begleitet durch die gemeinsame Tochtergesellschaft von Land und Bahn, der BEG NRW (BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH). Dank großem Engagement vieler Akteure ist die Verkehrsstation heute bereits modernisiert: Vier Bahnsteige hat die DB komplett erneuert und mit neuer Ausstattung versehen. Die Grundstücksgeschäfte rund um den Bahnhof sind ebenfalls abgeschlossen. Mit aktuellem Eingang der sogenannten Freistellungsgenehmigung seitens des Eisenbahn-Bundesamtes sind nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um die Dorstener Pläne auf rund 12.000 qm Fläche im Herzen der Stadt Realität werden zu lassen. Noch in diesem Jahr sollen im Bahnhof Dorsten neue Abstellgleise in Betrieb genommen sowie einige Bahnübergänge erneuert werden.

Bild v.l.n.r:
Manfred Diekenbrock, Bahnhofsfamilie und Bahnfreunde OnWheel e.V.; Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Nordrhein-Westfalen; Ina Scharrenbach, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleistellung des Landes NRW; Henk Brockmeyer, Geschäftsführer der BEG NRW; Tobias Stockhoff, Bürgermeister der Stadt Dorsten

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Kunststück geglückt: Einvernehmliche und reibungslose Rückgabe der Kleingärten in Wedau

Erste Priorität im Zuge der Baurechtschaffung für 6 Seen Wedau hatte – nicht nur auf politischer Seite – immer auch das Einvernehmen mit den auf der Fläche beheimateten 236 Pächtern von insgesamt 243 Gärten. Die zunächst dominierenden Befürchtungen vor Konflikten und Unstimmigkeiten konnten durch die seit 2016 informative und kontinuierliche Begleitung durch die BEG ausgeräumt werden. Man könnte auch sagen: Die Rückgabe der Gärten läuft gerade wie am Schnürchen - uns das im allseitigen Einvernehmen.

Naturgemäß überwogen anfangs Skepsis und Vorbehalte - die Sorge vor dem Verlust der oft über Jahrzehnte lieb gewonnenen und meist genauso liebevoll gepflegten Gartenparzellen prägte die Stimmung unter den betroffenen Pächtern. In der Vergangenheit barg die Herbeiführung einer Entscheidung über den Erhalt von Kleingärten oder deren zukünftige Bebauung vielerorts immer wieder enormes Konfliktpotenzial. Meist erscheint eine für alle Beteiligten glückliche Lösung eher unrealistisch.

Die BEG nahm die Herausforderung einer „friedlichen Lösung“ indessen gerne an. Nachdem der Rat der Stadt Duisburg im Januar 2020 den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan beschlossen hatte, luden Klaus-Dieter Büttner und Dinah Graniki im Februar 2020 alle Gärtner schriftlich zu insgesamt 10 Veranstaltungen ins Vereinsheim ein, um ihre Umsetzungsstrategie vorzustellen. Auf diese Art und Weise konnte sichergestellt werden, dass jeder einzelne Pächter tatsächlich erreicht wird. So wurden insgesamt 170 Einzelgespräche geführt, 238 Wertermittlungen beauftragt, individuelle Prioritäten abgefragt und Terminvereinbarungen vorgenommen. Darüber hinaus standen natürlich die vertraglichen Regelungen im Mittelpunkt.

Mittlerweile haben 228 Pächter die so genannte Aufhebungsvereinbarung (siehe auch 05/2020) unterschrieben – für die Auszahlungen der in den Wertermittlungen ermittelten Entschädigungen und ggf. Bonuszahlungen, die unter bestimmten Voraussetzungen als freiwillige Leistung der DB AB hinzukommen, wurde ein Anderkonto bei einem Rechtsanwalt eröffnet. Dieser kann auf diese Weise eingehenden Zahlungen freigeben und an die Pächter weiterleiten. Voraussetzung für die Zahlung ist eine ordnungsgemäße Übergabe, die während des Termins protokollarisch festgehalten wird.

Seit April dieses Jahres laufen die Abnahmen der Gärten, an denen grundsätzlich - neben dem jeweiligen Pächter - Vertreter von BEG, GEBAG und der Bahn-Landwirtschaft beteiligt sind. Die Termine finden im vierwöchigen Rhythmus jeweils am Monatsende statt. Zum 30.11. werden alle Gärten an die GEBAG übergeben sein. Bis dato haben sich rund 70 Pächter für eine Parzelle in der neuen Kleingartenanlage gemeldet - diese soll Ende September 2020 fertiggestellt sein. [zur BEG-Startseite]