Waltrop: Besonderes Gebäude wird zu besonderer Adresse

Von seinem Vorhaben, das alte Stellwerk am Bahnhof Waltrop zum Firmensitz seines „Medienhaus Waltrop“ zu machen, konnte Michael Braun 2009 Stadt und BEG schnell überzeugen. Die Investitionen in die Bauerweiterung sind auf der Baustelle inzwischen nicht mehr zu übersehen, hinzu kommen die energetische Sanierung, Lärmschutzmaßnahmen und der Innenausbau. Wenn im Frühjahr der Umzug stattfindet, wird sich die Nutzfläche auf 150qm verdoppelt haben. Auch der Schaffung einer neuen Ausbildungsstelle steht dann räumlich nichts mehr im Wege.

Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe und Wirtschaftsförderer Burkhard Tiessen freuen sich sehr, dass Michael Braun sich für diesen originellen Standort entschieden hat, gemeinsam mit Architekt Georg Schäfer für eine Aufwertung des Bahnhofsareals sorgt und das exponierte Stellwerk-Gebäude mit neuer Nutzung erhält.[zur BEG-Startseite]

Grenzüberschreitender Bahntrassen-Radweg für die Eifel

Der Bahntrassen-Radweg im Oberen Kylltal ist gesichert und kann zum infrastrukturellen Bindeglied im „Dreiländereck“ Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Belgien werden. Der Eigentumswechsel wurde jetzt durch die BEG und den Landesbetrieb Straßenbau NRW beurkundet. Via Verwaltungsvereinbarung übernimmt der Kreis Euskirchen die Koordination, sprich Planung und Durchführung, auch für das benachbarte Bundesland.

Einen großen Beitrag liefert der Radweg zum Projekt „Fahrradfreundlicher Kreis Euskirchen“. Er wird nahezu parallel zu den Bundesstraßen B421 und B265 zwischen Jünkerath und Losheim auf einer seit 2003 stillgelegten Bahntrasse geführt. Das ermöglicht in topographisch bewegtem Gelände erstmals eine alltagstaugliche und verkehrssichere Führung für den Fuß- und Radverkehr. Eine breite Bevölkerungsschicht der umliegenden Ortschaften hat somit überhaupt ein alternatives Verkehrsmittel zu Wahl.

Drei Rast- und Aussichtspunkte sind in Dahlem, Hallschlag und Stadtkyll vorgesehen, wo Sitzgelegenheiten und Unterstände mit Informationstafeln angeboten werden. Für besondere Attraktivität sorgt auch die Berücksichtigung alter Brückenbauwerke, Durchlässe und Stützmauern. Für eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist entlang der Bundesstraßen gesorgt. Einen herausragenden touristischen Mehrwert liefert die Verbindung über Monschau in den Nationalpark-Eifel sowie über den Lückenschluss zum gut ausgebauten wallonischen („RAVeL“-) Routensystem. Die aufgelassene Bahntrasse schließt an der Landesgrenze direkt an das Nachbarland an – Belgien baut bereits auf Deutschland zu. [zur BEG-Startseite]

Bedburg-Hau: Eheleute investieren in vorbildliche Sanierung des Empfangsgebäudes

Foto: www.derwesten.de
Die Gemeinde Bedburg-Hau am Niederrhein ist um eine kleine Sehenswürdigkeit reicher. Das denkmalgeschützte, 100 Jahre alte Empfangsgebäude ist renoviert – mit großer Sorgfalt und Mühe durch das Ehepaar Gertrud und Wilfried Meurs. Ob Bürgermeister Peter Driessen, Denkmalschützer oder BEG-Projektleiter Carsten Kirchhoff – alle sind voll des Lobes angesichts des großen, privaten Engagements. Vor zwei Jahren haben sich die heutigen Eigentümer zum Kauf entschlossen; die Stadt war bereit, ihr Vorkaufsrecht entsprechend abzutreten. Die Eheleute Meurs bewirtschafteten 24 Jahre lang eine Gaststätte im Bahnhofgebäude, inzwischen führen die Kinder das Lokal samt Terrasse fort. Der Kaufgegenstand umfasst auf 1.150 qm das Empfangsgebäude, den Güterschuppen und eine Garage. Auf einer Fläche von rd. 66qm im Erdgeschoss wurde die DB Netz AG zur Mieterin der Eheleute, hier sind weiterhin eine im Betrieb befindliche Stellwerks- sowie Telekommunikationsanlage untergebracht.

Die vorbildliche, denkmalgerechte Sanierung umfasst die Instandsetzung des Daches und der Fassade, Renovierung der Fenster, Aufarbeitung der Fußböden und Türen, Sanierung der Bäder dreier Wohnungen im Obergeschoss, dazu die Erneuerung des Dachstuhles im alten Güterschuppen. Öffentlich sichtbar gewürdigt ist diese Leistung nun durch die Denkmalplakette, die Bürgermeister Driessen und Dr. Andreas Stümer vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege angebracht haben. [zur BEG-Startseite]

Weserbergland: Privater sichert 39 km langes Streckenband

Die seit Jahren stillgelegte Bahnstrecke zwischen Warburg-Scherfede und Höxter-Godelheim ist mit neuer Nutzung als Liegenschaftsband gesichert. Auf 39 km Länge haben jüngst 1,1 Mio. qm Fläche den Eigentümer gewechselt. In enger Abstimmung mit den fünf betroffenen Kommunen haben die BEG und die Gründerfamilie der Koch Betonwerk GmbH & Co KG aus Borgentreich vorab ein maßgeschneidertes Konzept entwickelt.

Hans-Georg Koch plant den Bau einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage, die über Holzhackschnitzel betrieben wird. Die Lieferung des nachwachsenden Rohstoffs ist über externe Bezugsquellen gesichert. Die Waldfläche auf der Bahnfläche spielt als Puffer und Rückfallebene jedoch eine wichtige Rolle. Kaufvertraglich geregelt wurde bereits die Entnahme des Aufwuchses als Bestandteil des Rückbaus der Gleisanlagen, ebenso die Beseitigung allen Unrates. Der Vorteil des Lineamentes für den neuen Eigentümer liegt darin, dass das dort gewachsene Holz zum wenig bewachsenen Schotterbett hin geschlagen und ebenso aufgeforstet werden kann. Der Abtransport kann auf kurzem Wege über das Schotterbett erfolgen, das befahrbar gemacht werden soll. Die Bewirtschaftung der Waldflächen erfolgt so, dass biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit und Vitalität bewahrt bleiben. Auch die Öffnung für den Fuß- und Radverkehr ist grundsätzlich denkbar. [zur BEG-Startseite]

31 Bahnhöfe erhalten neue Entwicklungsperspektive durch EG III-Paket

Ein großes Ereignis, nicht nur am Ort des Geschehens, dem vorbildlich sanierten Empfangsbäude in Wetter (Ruhr): Die Rahmenvereinbarung zum „3. EmpfangsgebäudePaket NRW“ wurde von Bauminister Michael Groschek, dem Vorstandsvorsitzenden der DB Station & Service AG Dr. André Zeug, dem Geschäftsführer des Forums Bahnflächen NRW, Bürgermeister Stefan Raetz (Rheinbach) und BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz feierlich unterzeichnet. Damit stehen die 31 Empfangsgebäude in 30 nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden fest, die künftig von dem besonderen Verfahren profitieren können.

Während die Bahn die Empfangsgebäude als nicht mehr betriebsnotwendig einstuft, ist in der Mehrzahl der Fälle deren Repräsentativität für die Stadt- oder Quartiersentwicklung von hoher Bedeutung. Die bewährte Vorgehensweise des Forum Bahnflächen, dessen Koordinierungsstelle bei der BEG liegt, steht für einen fairen Ausgleich dieser Interessen: In einem Bau- und Sanierungsgutachten und dem anschließenden Verkehrswertgutachten werden der tatsächliche Bauzustand und die Markt- und Entwicklungspotentiale berücksichtigt. Die Kommunen erhalten zum ermittelten Wert das Vorkaufsrecht. Weiterhin haben sie die Möglichkeit, dieses an Dritte abzutreten. Der Kommune eröffnet sich so erstmals die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf die weitere Entwicklung und Nutzung zu nehmen. Diese Form der Kooperation zwischen Land und Bahn zu Verkauf und Entwicklung der Empfangsgebäude gibt es nur in NRW.

Für mehr als 100 Bahnhöfe wurden so in den vergangenen zehn Jahren neue Eigentümer und etablierte oder neue Nutzungen in teils vollständig restaurierten und sanierten Gebäuden gefunden. Oftmals werden personenbedienter Fahrkartenverkauf, reisebedarfsbezogene Ladenlokale und Gastronomie in neuer Qualität weitergeführt oder aber kreative Nachnutzungen als buddhistisches Meditationszentrum, Hotel, Bibliothek oder Vereinsraum gefunden. Die ersten Erfolge im 3. Empfangsgebäudepaket werden sicherlich nicht lange auf sich warten lassen. [zur BEG-Startseite]